Völkerball…

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Was ist eigentlich Völkerball, ist das überhaupt noch attraktiv?

Völkerball ist ein beliebtes Spiel, es wird nicht nur aus Tradition sondern besonders wegen der einfachen Organisation oft gespielt. Man benötigt einen Ball und ein Spielfeld, fertig. Zudem ist die Spielidee einmalig, der Gegner wird ‚abgeschossen’. Das wird aus pädagogischer Sicht oft kritisiert und man findet dies nicht in anderen Sportarten. Das macht Völkerball aber auch zu einem belebten und spannenden Spiel.

Alter ab ca. 6 Jahren, 2 Mannschaften zu je mind. 4 Spielern, Spieldauer je nach Mannschaftsgröße 3-10 Minuten, Draußen oder in der Turnhalle.

Das Spielfeld wird in 2 Hälften geteilt. Jede Mannschaft stellt sich in ihr jeweiliges Spielfeld. Jeweils ein (bis 3) Spieler pro Mannschaft gehen in den Himmel (hinter die Grundlinie des gegnerischen Feldes). 

Ziel ist es alle Spieler im gegnerischen Feldbereich abzuschiessen. Abgeschossen ist, wer vom Ball berührt wurde ohne ihn gefangen zu haben. Wer getroffen wurde geht in den Himmel und darf nun ebenfalls von außen versuchen die generischen Spieler zu treffen. Wer den Ball fangen kann, behält sein Leben und versucht nun seinerseits Gegner abzuschiessen.

Sind alle Spieler eines Spielfeldes bis auf einen abgetroffen, dann kommen der bzw. die zuvor bestimmten Spieler aus dem Himmel ins Spielfeld. 

Das Aufnehmen des Balles außerhalb der Spielfeldbegrenzung ist nicht erlaubt. Der Ball gehört dann derjenigen Mannschaft in dessen Gebiet er gerade liegt.

Varianten (siehe auch http://www.die-schnelle-sportstunde.de/voelker.htm)

– Wer im Himmel ist und einen Gegner abschiesst, darf zurück ins Innenfeld.

– Der letzte Spieler hat zwei (drei) Leben.

Gewonnen hat die Mannschaft, der es als Erste gelingt alle gegnerischen Feldspieler incl. die neu ins Spiel genommenen ‚Himmelsspieler‘ ab zu treffen.

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Serie „Mein Verein in Kamen/Bergkamen“ – WAZ 08.11.2010 – geschrieben von Susanne Brzuska

Völkerball ist beim TuS ein Muss

 

Völkerball ist beim TuS ein Muss

Die Völkerballabteilung des TuS Overberge, hier die Damenmannschaft in Aktion (links: Daniela Rabe, rechts: Carina Rethage).

Overberge. Mit einem Medizinball und den Hausfrauen fing vor knapp 50 Jahren alles an, heute kämpfen beim TuS Eintracht Overberge schon die Minis um den Völkerball. Gut, dass der inzwischen nicht mehr so schwer ist wie noch zu Beginn, denn einst galt es mit dem Medizinball den Gegner abzuwerfen und so möglichst viele Punkte zu ergattern.

Untrennbar mit dem Verein und Sport verbunden ist die heute 72-jährige Erika Biermann: Sie ist die sportliche Mutter aller Völkerballerinnen in Overberge und hat das erste Mal 1961 als Übungsleiterin den Damen des Bergkamener Stadtteils Beine gemacht.

Vom Hausfrauensport zum Völkerball

Dazu gesellte sich im Laufe der Jahre das Kinderturnen, und viele der Mädchen, die schon in der Gruppe der Jüngsten durch die Turnhalle tobten, kamen irgendwann zum Völkerball.

So wie Daniela Rabe: Die 22-Jährige war schon in der Kinderturngruppe mit „Erika“ und gehört heute zu den Stammspielerinnen des Völkerballteams. „Wir haben hier eine Menge Spaß zusammen“, lacht die Sportlerin. Das Schwierigste ist für sie beim Völkerball das „Treffen und richtige Werfen“. Darum aber geht´s, wer auf dem Feld einen Treffer kassiert, muss raus. Um den Treffer gezielt zu platzieren, muss die Spielerin gut werfen können. Aber dafür wird ja trainiert. Montag ist Völkerballtag in Overberge, erst treffen sich die Minis und Schülerinnen, dann die Jugendlichen, anschließend die Frauen. Ein „dreifach kräftiges Völker-BALL“ gibt Kraft, maß sich das Team früher nur mit benachbarten Vereinen in Heeren und Lünern, so qualifiziert sich der TuS im Sommer erstmals für den deutschen Turnerpokal. Den größten Erfolg feierten die Frauen allerdings mit einem dritten Platz beim Deutschen Turnfest in Frankfurt. Eine „tolle Truppe ist das“ bestätigt Erika Biermann.

Und selbst wenn sie heute nicht mehr auf dem Feld steht, „werfe ich jeden Ball mit“ lacht die Seniorin. Martina Grothaus ist inzwischen in ihre Fußstapfen als Völkerball-Trainerin getreten. Die 50-Jährige ist – natürlich – ebenfalls als kleines Mädchen beim TuS eingestiegen. Eine, die ebenso fast von Anfang an immer dabei war, ist Inge Weidlich. Sie alle haben den Wandel des oftmals belächelten Hausfrauensports miterlebt: „Der Ball ist härter, das Spiel ist schneller geworden“, sagt Martina Grothaus.

Aber die Freude an dieser ungewöhnlichen Sportart ist ungetrübt. 20 Frauen, 50 Schülerinnen und Minis spielen in Overberge Völkerball, und sie alle werden getragen von der Gemeinsamkeit und dem Spaß am Spiel. Und sie sind sich einig: Ein echtes Overberger Mädchen muss irgendwann auch einmal Völkerball beim TuS Eintracht gespielt haben.